Gehirnwellen- ein paar Grundlagen

Unser Gehirn schwingt messbar in unterschiedlichen Frequenzen. Diese Schwingungen sind unsere Gehirnwellen. Wir haben nicht nur eine davon sondern hundert, tausend, sogar millionen unterschiedliche gleichzeitig. Aber wofür sind sie gut? Was bedeuten sie? Ich spüre sie nicht.

Gehirnwellen- Eine Welle

Fangen wir mal ganz einfach an. Mit einer Welle. Man mißt sie in Ausschlägen pro Sekunde und nennt sie Hertz, die Einheit für Frequenzen. Wir sehen eine Intensität nach oben und unten und die Wellenlänge. Uns interessiert hier die Wellenlänge. Schlägt sie in einer Sekunde einmal über und unter der Null-Linie, ist es ein Hertz (Hz) wie in der Abbildung die große Welle. Die kleinen Wellen zeigen einen Ausschlag mit einer höheren Frequenz an. Das ist doch gar nicht so kompliziert.

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Eine Gehirnwelle mit 1 Hz geht einmal pro sec durch die Nullinie

 

Gehirnwellen messen

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Messung der Gehirnwellen mittels EEG-Kappe; Bild: Chris Hope, EEG Recording Cap, CC BY 2.0

Man mißt die Gehirnaktivität an vielen Messpunkten am Kopf und erhält als Ergebnis ein EEG. Das steht für Elektro-Enzephalo-Gramm. Heutzutage setzt man den Probanten eine Kappe mit den Messpunkten auf. Unser Gehirn schwingt nicht einfach nur hin und her wie ein Wackelpudding, sondern in (fast) unzähligen Frequenzen mit vielen Kommastellen (z.B. 4,57684737 hz)  in unterschiedlichen Gehirnregionen. Das sieht dann recht kompliziert ist, ist es aber immer noch nicht.

Begonnen hat in den 1920iger Jahren Hans Berger mit der Messung der Gehirnaktivität. Er gilt als einer großen Pioniere auf dem Gebiet.

Was wir daran ablesen können

Am bekanntesten sind die EEGs in Schlaflaboren. Dort wird der Schlaf von Menschen beobachtet und gemessen. Also, wie lange und tief sie schlafen. Vor allem letzteres ist für die Regenerierung bedeutend. Man sieht im EEG je nach vorhersschender Frequenz auch, in welchem mentalen Zustand der Gemessene sich gerade befindet, also ob er schläft, wach ist, hoch konzentriert oder sehr entspannt.

Bleiben wir beim Beispiel Schlaf. Man sieht an dem EEG, ob sie schlafen, sich erholen und regenerieren oder ob sie nur im leichten Schlaf sind, träumen und eben nicht regenerieren. Mit diesen Informationen kann man schon gut arbeiten und helfen.

Delta, Theta, Alpha, Beta, Gamma oder wie?

Die Wissenschaftler aus den unterschiedlichen Fachrichtungen (Mediziner, Neurologen, Physiker ect.) haben sich auf ein paar Kategorien geeinigt und Grenzen festgelegt. Dazu wählten sie griechische Buchstaben und eine zugegeben gewöhnunsgedürftige Reihung. Je nach Land oder Fachrichtung gibt es aber immer noch leichte Abweichungen

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So sind die Gehirnwellen-Frequenzen eingeteilt
  • Delta, 0,x bis 4 Hz. Hier sind sie im Tiefschlaf, dem Unbewusstem. Die Region, in der unser Körper regeneriert und sich erholt.
  • Schwingt ihr Gehirn vorwiegend in Theta-Wellen bei  4-7,5 (8) Hz, bewegen sie sich in den Regionen des Unterbewusstseins. Der leichte Schlaf, in dem wir träumen spielt sich hier ab oder tiefe Meditation, Trance, Hypnose.
  • Darüber kommt der Alpha-Bereich bei 8-ca.12 Hz. Der Alpha-Zustand steht für Entspanntheit.
  • Im Beta-Zustand sind sie, wenn ihr Gehirn zwischen 12 und ca. 38 (40) Hz schwingt. Das ist der Wachzustand, das Bewusstsein. Hier arbeiten, lesen, laufen, fahren oder spielen sie.
  • Recht schwach ausgeprägt sind die weit darüber liegenden Gamma-Gehirnwellen zwischen 38 und 70, manche sagen auch 100 Hz. Verwechseln sie sie bitte nicht mit den radioaktiven Gamma-Wellen. Diese Wellen kommen im Alltag sehr selten vor. Nachgewiesen wurden sie bei tiefer Meditation oder hochfokussiertern Tätigkeiten.

Ich gehe später noch in einzelnen Posts genau auf die einzelnen Gehirnwellen ein. Das soll erst mal als überblick reichen.

Wir sie damit arbeiten können

Wenn sie nun wissen, wofür welcher Zustand steht, können sie damit beginnen, daran zu arbeiten. Sie können ihr Gehirn trainineren. Nicht als Gedächtnis-Training Spielkarten oder Zahlenreihen merken, sondern mentale Zustände gezielt hervorufen oder vermeiden.

Wollen sie beispielsweise besser in den Schalf finden, arbeiten sie mit Delta-Wellen. Hochfokussiertes Arbeiten erfordert Beta- und Gamma-Wellen.Wenn sie länger an einem Text schreiben oder am Computer Code programmieren wollen, geben sie Ihrem Gehirn Beta- und Gammawellen. Man nennt das “Entrainment”. Der Einfachheit halber nenne ich es auf deutsch “Gehirnwellen-Angleichung“, auch wenn die dekorierten Wissenschaftler die Hände über den Köpfen zusammenschlagen. Ich leiste mir die Einfachheit für sie.

3 Gedanken zu „Gehirnwellen- ein paar Grundlagen

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