Wir sind auf einer Wellenlänge

Du kennst das auch? Es gibt Gespräche mit Menschen die sind so richtig tief und geben dir ein Gefühl der Verbundenheit. Dabei kommt es gar nicht auf den Inhalt an. Das kann ein Abendessen mit dem Partner, ein Business Meeting oder ein Gespräch dem Sohn oder Tochter beim Spazierengehen sein.

Und dann gibt es Gespräche, das kommt nichts rüber. Am ende geht man auseinander und gut is. Weder positive noch negative Gedanken. Einfach nichts. Auch da kommt es nicht auf den Inhalt oder die Gesprächspartner an.

Miteinander reden synchronisiert die Gehirne

 Pérez et al., Scientific Reports/ CC-by-sa 4.0
Pérez et al., Scientific Reports/ CC-by-sa 4.0

Wenn zwei oder mehrere Menschen miteinander kommunizieren, also sich wirklich auf den Gesprächspartner einlassen und darauf eingehen, synchronisieren sich ihre Gehirnwellen. Sie sind auf einer Wellenlänge. Bingo. Was die Redewendung bereits vermuten ließ, ist jetzt bewiesen.

Wir verstehen und verinnerlichen, was unser Gegenüber sagt am Besten, wenn sich unsere Gehirnwellen mit dem Beat (Takt) der Schallwellen einschwingen.

Sich aufeinander einlassen

Alejandro Pérez und sein forschendes Team vom Baskischen Zentrum für Kognition, Gehirn und Sprache
wollten es genau wissen. Lässt sich wirklich am Gehirn ablesen, wie gut ein Gespräch ist? Jeweils zwei Männer und zwei Frauen sollten sich dafür über einen Sichtschutz miteinander unterhalten. Die anderen Sinne, mit denen wir ebenfalls kommunizieren, waren also ausgeschaltet.

Pérez et al., Scientific Reports/ CC-by-sa 4.0
Pérez et al., Scientific Reports/ CC-by-sa 4.0

Um das Gespräch in Gang zu bringen, gab Alejandro den Probanden Fragen über  Sport, Filme oder Musikvorlieben. Die sollten sie ihrem Partner jeweils stellen und ein Gespräch entwickeln. Zudem mußten sie ihrem Gegenüber genau zuhören, sich die Antworten merken und aufeinander eingehen. Dabei haben die Wissenschaftler jeweils die Gehirnwellen der Probanden mit EEG gemessen.

Tatsächlich auf einer WEllenlänge

Und wirklich: Während der Gespräche glichen sich die Gehirnwellen der Testpersonen in allen Frequenzbereichen an. Die Ausschläge der Wellen waren viel stärker synchron als bei Fremden, die nicht gerade miteinander sprechen oder nur redeten aber nicht auf das Gespräch wirklich eingingen, erzählt Alejandro. Im Wachzustand gilt das besonders für die Alpha- und Beta-Wellen im Gehirn.

Jenseits der Töne

Bei der Kommunikation mit anderen Menschen schwingt sich unter Gehirn also auf den Gesprächspartner förmlich ein, auch  wenn wir ihn nicht sehen. Es gibt also eine Verbindung zwischen den Gehirnen, die über die bloße Sprachverarbeitung hinaus geht.

Alejandros Team kommt zum Schluß, daß die Synchronisierung der Gehirnwellen ein Schlüsselfaktor für die erfolgreiche Kommunikation sei. Man kann also allein durch die Analyse der Gehirnwellen herausfinden, dass zwei Menschen sich gerade unterhalten.

So geht es auch Dir

Wenn du also wieder in einem guten Meeting bist oder ein tolles Date hast, dann liegt das auch daran, daß ihr euch aufeinander eingelassen, zugehört und partizipiert habt. Die Folge davon war: Eure Gehirne waren für den Zeitraum des Gespräches synchron – ihr wart auf einer Wellenlänge!

 

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